{"id":18,"date":"2026-04-07T09:29:42","date_gmt":"2026-04-07T07:29:42","guid":{"rendered":"https:\/\/vomag.com\/vomag\/wp\/?page_id=18"},"modified":"2026-04-07T10:14:27","modified_gmt":"2026-04-07T08:14:27","slug":"vomag-geschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/vomag.com\/vomag\/vomag-geschichte\/","title":{"rendered":"VOMAG Geschichte"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was sich hinter den f\u00fcnf Buchstaben \u201e<strong>VOMAG<\/strong>\u201c verbirgt, kann heute Land auf, Land ab kaum noch einer deuten. Einst geh\u00f6rten die schweren Lastwagen und Omnibusse aus Plauen zum gewohnten Stra\u00dfenbild, und das nicht nur in Deutschland.<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Heute gibt es nur noch einen \u00fcberschaubaren Kreis von Liebhabern, der sich am Flair der wuchtigen Nutzfahrzeuge erfreut und die Hintergr\u00fcnde dieser Marke kennt. Ob es nun daran liegt, dass die Plauener Lastwagenfabrik als einzige deutsche Marke den alliierten Beschl\u00fcssen zum Opfer fiel und ihre Geschichte fortan in der Heimat totgeschwiegen wurde oder ob es die letzten Lastwagen waren, die noch 1991, also f\u00fcnfzig Jahre nach Kriegsende, sich im Vogtland im Einsatz befanden? Oder liegt es schlicht und ergreifend daran, dass die Produkte aus Plauen nicht nur so kraftvoll aussahen, sondern diesem Eindruck auch standhielten? Es bleibt Spekulation.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size wp-block-paragraph\">Die VOMAG im ersten Weltkrieg<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Fakt ist, dass die Vogtl\u00e4ndische Maschinenfabrik A.-G. im Ersten Weltkrieg zu den deutschen Pr\u00e4zisionsbetrieben geh\u00f6rte, die in der gro\u00dfen Nachfrage an Lastwagen ein zus\u00e4tzliches Standbein sahen. 1915 begonnen, konnte man schon drei Jahre sp\u00e4ter den 1000. Regeldreitonner an die deutschen Streitkr\u00e4fte abliefern. Den Sch\u00f6pfer der ersten Lastwagen-Generation von VOMAG, Peter Teigland, warb die Direktion von der Berliner NAG ab. Das von Teigland entworfene Programm wurde mit Kriegsende neben dem Dreitonner P 30 um einen Zweitonner P 20 und einen Viereinhalb- bis F\u00fcnftonner P 45 erweitert. Mit Beginn der zwanziger Jahre kam auch der Omnibusbau hinzu, wobei es sich zun\u00e4chst um Aufbauten auf nahezu unver\u00e4nderte Lastwagen-Fahrgestelle handelte.<br><br>Die Karosserien kamen von namhaften Marken wie Trutz, Schumann (Zwickau) oder K\u00fchlstein. Besonders aber bei den Sonderaufbauten lag bereits ein erster Verdienst, den sich VOMAG in der Branche erarbeitete. Die Plauener waren besonders aufgeschlossen und kreativ, wenn es um fortschrittliche Konzepte ging. Erste hydraulische Kipper, einer der ersten Sattelschlepper und eine un\u00fcberschaubare Vielfalt von Sonderfahrzeugen wurde bereits Anfang der zwanziger Jahre geboten.<br><br>Hatte die erste Lastwagen-Generation von VOMAG trotz steter Verbesserungen immerhin bis Ende der zwanziger Jahre Bestand, war dies ein Zeichen f\u00fcr ihre fortschrittliche Konstruktion und solide Qualit\u00e4t. VOMAG-Wagen galten schon damals als zuverl\u00e4ssig und unverw\u00fcstlich, was auch dem Export sehr zutr\u00e4glich war. Die gr\u00f6\u00dften Verdienste erwarb sich die VOMAG in den zwanziger Jahren jedoch durch wegweisende Buskonzepte. Zun\u00e4chst war es die VOMAG, die schon 1924 zum Niederrahmen-Fahrgestell \u00fcberging und damit die Entkoppelung des Omnibusses von der Lastwagenkonstruktion einleitete. Die n\u00e4chste Station bildete 1927 zusammen mit der S\u00e4chsischen Waggonfabrik Werdau die Serieneinf\u00fchrung des Ganzstahlomnibusses.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size wp-block-paragraph\">Die VOMAG in den Goldenen Zwanzigern<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wesentlich gewagter und letztlich erfolglos blieben dar\u00fcber hinaus erste Omnibusse mit Vorderrad-Antrieb nach Richard Bussien, die wegen zu hoher Lenkkr\u00e4fte und fehlende Servounterst\u00fctzung im Versuchsstadium stecken blieben. Neben der neuen Omnibusgeneration, die Erwin Aders nach dem Tod Teiglands geschaffen hatte, l\u00f6ste auch ein neuer F\u00fcnftonner ab 1925 schrittweise die alten Modelle ab. Der Typ 5 Cz wurde zum Standard- und wohl erfolgreichsten Modell der VOMAG. Man baute ihn immerhin bis 1934. Anschlie\u00dfend bot die Konstruktion genug Reserven, um darauf die Entwicklung des neuen Sechseinhalbtonners aufzubauen.<br><br>Entscheidend auf die Entwicklung des Plauener Automobilbaus sollte sich das Ringen um die Schaffung dreiachsiger Lastwagen auswirken. Zwar geh\u00f6rte die VOMAG mit ersten Resultaten 1924 zu den Pionieren, doch vermochte man letztlich nicht gegen die klassische und durch B\u00fcssing 1926 patentierte Dreiachs-Konstruktion anzukommen. B\u00fcssing war und blieb damit die Nummer eins im Schwerlastwagenbau. 1928 zog die VOMAG dann mit einem eigenen Dreiachser nach, der im Vergleich zu den vorangegangenen Modellen endlich auch \u00fcber zwei Treibachsen verf\u00fcgte. Die VOMAG konnte aber den Vorsprung der Braunschweiger nicht mehr aufholen. VOMAG-Dreiachser blieben bis zum Kriegsende so imposant wie rar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size wp-block-paragraph\">Die VOMAG im Nationalsozialismus<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anfang der drei\u00dfiger Jahre stellten sich zudem finanzielle Probleme im Zuge der Weltwirtschaftskrise ein. Mit der \u00dcberwindung eines Konkurses durch eine Auffanggesellschaft fehlten die Mittel, sich bei der Durchsetzung des Dieselmotors gegen die Konkurrenz durch ein eigenes Verbrennungsverfahren zu behaupten. Recht sp\u00e4t kam der Ausweg in einer Lizenz der \u00f6sterreichischen Firma Oberh\u00e4nsli aus Bregenz. Letztlich hatte man damit aber einen Gl\u00fcckgriff getan. Mit der Motorisierung der Nazis wollte auch der Autobau in der VOMAG wieder an Fahrt gewinnen.<br><br>Nach Abstinenz im unteren Tonnagesegment gelang es, einen erfolgreichen Schnellastwagen zu etablieren. Neben dem Dreitonner folgten neue Modelle in der gefragten F\u00fcnftonnen-Klasse, die ebenfalls \u00fcber Niederrahmen verf\u00fcgten. Das Programm wuchs auf viele Zwischen- und Sondermodelle bis hin zu Sattel- und Eilschleppern. Wurde ein Spektrum bis zu neun Tonnen Nutzlast mit den Dreiachsern als Spitzenmodell abgedeckt, fehlte also nur noch ein \u201eZugpferd\u201c in der L\u00fccke dazwischen. Diese schlo\u00df 1935 der neue Typ 6 LR 653 (= 6 to Nutzlast, Lastwagen, Roh\u00f6lmotor, 6-Zylinder, 5,30 m Radstand). Er besetzte die sich neu herausbildende Klasse der modernen Fernverkehrsz\u00fcge. Angetrieben wurden die VOMAG mittlerweile fast ausnahmslos durch Dieselmotore, die es in einer leichten und einer schweren Baureihe gab. Das Leistungsspektrum reichte bei den Vier- und Sechszylindern von 85 bis 160 PS.<br><br>Auch der Omnibusbau konnte zahlenm\u00e4\u00dfig ab Mitte der Drei\u00dfiger wieder aus dem Keller gefahren werden. Mit dem Typ 5 OR 658 trat ein w\u00fcrdiger Nachfolger der Ende der zwanziger Jahre so erfolgreichen Reihe OM\/OV 57 auf den Plan. Mit ihm konnte auch der Hauptkunde, die KVG Sachsen, wieder beliefert werden. Speziell f\u00fcr die Sachsen, Deutschlands gr\u00f6\u00dften und modernsten Omnibusbetrieb, gab es 1939 eine kleine Serie dieser Omnibusse, die mit Zw\u00f6lfzylinder-Maybach-Motoren ausger\u00fcstet wurden. Die eigentlich in Panzern eingebauten Triebwerke sorgten mit ihren 300 PS daf\u00fcr, dass so mancher Pkw-Fahrer an den steigungsreichen Strecken des Erzgebirges mit offenem Mund zur\u00fcckblieb.<br><br>Die Typenbegrenzungs-Programme der Nationalsozialisten brachten auch f\u00fcr die VOMAG gro\u00dfe Einschnitte. Mit Ausnahme eines ab 1940 gebauten Dreitonners 3 LHG mit serienm\u00e4\u00dfig verbauter Imbert-Holzgasanlage mussten alle \u00fcbrigen Modelle aufgegeben werden. Im Folgejahr ersetzte diesen Typ dann der gr\u00f6\u00dfere 4,5 LHG. Dieser ebenfalls mit Imbert-Anlage ausger\u00fcstete Viereinhalbtonner sollte die letzte Neuentwicklung der VOMAG bleiben. Nicht f\u00fcr die Wehrmacht, sondern f\u00fcr den Heimatbedarf fertigte die VOMAG bis Ende 1943 diesen Typ und einen davon abgeleiteten Omnibus 4,5 OHG. Jener entstand nach Pl\u00e4nen des Dr. Deiters, Deutschlands Pionier beim Bau selbsttragender Busse. Fertigte die VOMAG seit jeher ihre Nutzfahrzeuge im Reihenbau, sollte ein 1943 begonnener Neubau Europas modernsten Lastwagenwerkes den Einstieg f\u00fcr Friedenszeiten sichern. Geplant war die Flie\u00dfbandproduktion eines neuen Sechseinhalbtonners mit 200 PS. Leider aber verlief alles ganz anders. Statt der Lastwagen wurde der Bau von Panzern verordnet, die das Schicksal der VOMAG und seiner Heimatstadt besiegeln sollte. Plauen geh\u00f6rte mit Kriegsende zu den am meisten zerst\u00f6rten St\u00e4dten Deutschlands. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size wp-block-paragraph\">Das Ende der VOMAG<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die VOMAG, nur zu 40 % zerst\u00f6rt, h\u00e4tte im Februar 1946 wieder mit der Fertigung beginnen k\u00f6nnen, w\u00e4re nicht die russischen Besatzer die Demontage und vollst\u00e4ndige Sprengung des Werkes befohlen worden. So wurde nicht nur eine erfolgreiche Automobilmarke f\u00fcr immer gel\u00f6scht, auch ein unsch\u00e4tzbarer Wert an Know-how ging mit dem verstreuten Personal verloren. Denn, was heute nur die wenigsten noch wissen, schon vor dem Autobau war die Vogtl\u00e4ndische Maschinenfabrik A.-G. wesentlich bekannter als weltgr\u00f6\u00dfte Stick- und Europas gr\u00f6\u00dfte Druckmaschinenfabrik.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was sich hinter den f\u00fcnf Buchstaben \u201eVOMAG\u201c verbirgt, kann heute Land auf, Land ab kaum noch einer deuten. Einst geh\u00f6rten die schweren Lastwagen und Omnibusse aus Plauen zum gewohnten Stra\u00dfenbild, und das nicht nur in Deutschland. 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